💡 Das Wichtigste in Kürze:
- Starkregen tritt häufiger auf – auch abseits klassischer Hochwassergebiete im Harz
- Rückstauklappen schützen den Keller vor Wasser aus der Kanalisation
- Geländemodellierung und Versickerungsflächen reduzieren Oberflächenwasser erheblich
- Eine Elementarschadenversicherung deckt Schäden ab, die normale Policen ausschließen
Selbst erfahrene Menschen tappen hier in die Falle: Vor einigen Tagen erzählte mir ein Nachbar, dass er sein Haus im Harz für völlig sicher vor Überschwemmungen hielt – schließlich liegt es nicht in einem klassischen Hochwassergebiet. Dann kam ein Starkregen, und innerhalb weniger Stunden stand Wasser im Keller. Auch wenn du nicht unmittelbar an einem Bach oder Fluss wohnst, kann dein Grundstück betroffen sein. Die gute Nachricht: Mit gezielten Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken.
Warum Starkregen im Harz häufiger auftritt
Laut dem Deutschen Wetterdienst nehmen Extremwetterereignisse bundesweit an Häufigkeit zu – und der Harz bildet da keine Ausnahme. Starkregen fällt nicht immer vorhersehbar und trifft auch Regionen, die lange Zeit verschont blieben.
Das Wasser sucht sich dann seinen Weg über Straßen, Wiesen und direkt zu Häusern. Besonders in Senken oder bei ungünstigem Geländeverlauf können große Wassermengen zusammenfließen. Wer im Harz lebt, sollte daher wissen, wie sein Grundstück bei Starkregen reagiert – und was man tun kann, um Schäden zu minimieren.
Rückstauklappen: Wirksamer Schutz für den Keller
Eine häufig unterschätzte Gefahr sind Rückstaus aus der Kanalisation. Wenn die öffentliche Entwässerung bei Starkregen überfordert ist, drückt Wasser zurück – direkt in deine Kellerentwässerung oder Toiletten.
So funktioniert eine Rückstauklappe
Eine Rückstauklappe im Rohrsystem verhindert genau das: Sie öffnet sich nach außen, lässt Wasser also aus dem Haus hinaus, sperrt aber Wasser von außen. Ein Fachbetrieb kann die Klappe in der Regel in wenigen Stunden einbauen.
Besitzer von älteren Häusern im Harz, die noch keine Rückstauschutzanlage haben, sollten sich mit diesem Thema auseinandersetzen – es ist oft eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen.
Geländeanpassung: Grundstück richtig modellieren
Das Gelände rund ums Haus ist entscheidend. Ideal ist ein Gefälle von mindestens 1:20 (das bedeutet: auf fünf Meter Entfernung fällt das Gelände um 25 Zentimeter ab). Dadurch fließt Oberflächenwasser von selbst weg vom Fundament.
Lichtschächte absichern
Auch Lichtschächte, die zu weit in den Boden hineinragen, sind problematisch – bei Starkregen sammelt sich Wasser dort, bis es eindringt. Eine Aufkantung oder ein Schachtdeckel hilft.
Im Harz, wo es bergig zugeht, solltest du dein Grundstück nach Starkregen beobachten: Wo sammelt sich Wasser? Von dort aus kannst du gezielt Drainagen oder Erhebungen planen.
Versickerungsflächen schaffen: Weniger versiegeln
Vollversiegelte Einfahrten und Terrassen verschärfen das Problem erheblich – das Wasser kann nicht eindringen und staut sich stattdessen. Rasengittersteine, Drainpflaster oder Schotterrasen bieten Alternativen.
Vorteile durchlässiger Beläge
Solche Flächen nehmen Wasser auf und geben es dem Boden zurück. Das ist nicht nur für dein Grundstück sinnvoll, sondern entlastet auch die Kanalisation in deiner Gemeinde im Harz. Viele Bauordnungen sehen heute vor, dass Niederschlagswasser vor Ort versickern muss – informiere dich bei der zuständigen Behörde, welche Anforderungen bei dir gelten.
Elementarschadenversicherung: Finanzielle Absicherung
Technische Maßnahmen reduzieren das Risiko, aber eliminieren es nicht völlig. Eine Elementarschadenversicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen von Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen.
Viele Standard-Wohngebäudepolicen schließen genau diese Schäden aus. Die Zusatzversicherung ist freiwillig, aber gerade im Harz sinnvoll – ob dein Haus in einem ausgewiesenen Risikogebiet liegt oder nicht. Vergleiche die verschiedenen Angebote: Die Prämien und Leistungen unterscheiden sich teils erheblich.
Grundstück schützen: Praktische Checkliste
Beginne mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme:
- Wie sieht das Gelände um dein Haus aus?
- Wo fließt Wasser bei Regen hin?
- Sind Rückstauklappen vorhanden?
- Wie viel Fläche ist versiegelt?
Mit diesen Fragen kannst du gezielt die Maßnahmen wählen, die für deine Situation im Harz passen – und dein Zuhause deutlich besser gegen Starkregen schützen.